Rechenschwäche / Dyskalkulie


Gar nicht so selten kommt es vor, dass ein Kind nicht nur Schwierigkeiten im Schriftspracherwerb, sondern auch Schwierigkeiten mit dem Rechnen hat. Und natürlich gibt es viele Kinder, die zwar gut lesen und schreiben können, aber mit  Zahlen und Mengen einfach nicht zurecht kommen. 

 

Wie bei den Begriffen Legasthenie, LRS, Lesestörung, Leseschwäche etc. gibt es auch hier Definitions- und Abgrenzungsprobleme: "Dyskalkulie", "Rechenschwäche", "Rechenstörung" - alle Begriffe bezeichnen Schwierigkeiten eines Kindes bei grundlegenden Rechenfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. 

Die Problematik schwacher bzw. versagender Kinder im Fach Mathematik ist hinlänglich bekannt. Zahlreiche Lehrkräfte, ebenso viele Eltern kennen mehr oder weniger starke Leistungsabfälle und -ausfälle in diesem Unterrichtsfach, die sich allgemein beschreiben lassen als fehlerhaftes bzw. fehlendes Verständnis für Mathematik, ihren Aufbau und ihre Operationen. Aussagen von Eltern wie: "Die Lösungen der Mathematikaufgaben sind fast immer falsch..." "Unser Kind macht kaum etwas richtig, braucht lange, träumt, übt nicht genug. Wenn es wollte, dann könnte es..." "Mein Kind wird aggressiv, wenn ich es an seine Rechenhausaufgabe erinnere; es wirft seine Rechenhefte und -bücher voller Wut in die Ecke..." "Vor jeder Arbeit hat meine Tochter Bauchweh oder Kopfschmerzen, öfters hat sie sogar erbrochen und konnte dann nicht in die Schule gehen..." umschreiben nur all zu deutlich den Leistungs- und Leidensdruck, dem betroffene Eltern und Schüler gleichermaßen ausgesetzt sind (Krüll, 1994, 12).

 

Einen konkreten Anhaltspunkt über die Verbreitungen des Phänomens geben die Schulleistungsstudien PISA und IGLU, nach denen ca. 20% der schulpflichtigen Kinder lediglich die beiden unteren Kompetenzniveaus in Mathematik (I und II) erreichen. Diese Schüler haben erhebliche Defizite in den grundlegenden mathematischen Inhaltsbereichen, so dass ihr Lernen in einer weiterführenden Schule bzw. in nachschulischen Einrichtungen stark gefährdet erscheint (Bos, et al., 2003, 216)

Auffälligkeiten, die im Zusammenhang mit einer Dyskalkulie' beobachtet und interpretiert gedeutet werden, sind u.a. folgende:

  • Verhaltensprobleme in der Schule und besonders in Mathematik, z.B. Angst vor der Schule, dem Fach, den Klassenarbeiten, der Lehrkraft; 
  • Misserfolge trotz häuslichen Übens; hoher Zeitaufwand bei Hausaufgeben im Vergleich zu den Mitschülern und den anderen Unterrichtsfächern; (ab)zählendes Rechnen (Fingerrechnen); 
  • Nichterkennen der Zusammenhänge zwischen Darstellungsarten auf unterschiedlichem Abstraktionsniveau (Bild, Symbol z.B. Kreise, Ziffernsymbol, Zahlwort, Operationszeichen); 
  • Unverständnis für die Aufgabenstellung und Alltagsbezug von Rechenoperationen; 
  • Orientierungs- und Sprachprobleme (Lageprobleme, Vertauschen von Einern und Zehnern, Vertauschen ähnlicher Ziffern wie 9 und 6
  • Vergesslichkeit
  • völliges Unverständnis für die Aufgabenstellung; 
  • ärgerliche bis abweisende Reaktionen auf häusliche Hilfestellungen; 
  • bei Begründung von Antworten Bezug zu Autoritätspersonen: "Die Lehrerin/die Mutter ... hat gesagt" 
  • Umgang mit Zahlen und im Rechnen (meist zählendes Rechnen, Auswendiglernen als Kompensationsstrategie, auch Aufgaben wie 15+8 werden schriftlich gerechnet; Rückwärtszählen, Vertauschen der Rechenarten; Analyse der Sach- bzw. Textaufgaben; Bedeutung der Rechenzeichens z.B.: =; Probleme beim Stellenübergang; Umgang mit der Null)

" Wir waren ca. 1 Jahr bei Frau Fano. Meine Tochter, 15 Jahre, hatte eine Rechenschwäche. Sie fühlte sich dort  sehr wohl. Frau Fano hat immer die richtigen Worte gefunden, um sie zu motivieren. Es hat auf jeden Fall etwas gebracht. Sie hat ein viel besseres Zahlenverständnis entwickelt. Frau Fano war immer feundlich mit einem offenen Ohr. Wir würden jederzeit wieder dort hingehen. Wir sind sehr zufrieden. Ja, ich kann es wirklich empfehlen

: )."  Ch.B.

Voraussetzung im Umgang mit so genannten rechenschwachen Schülern ist die Anerkennung,  dass diese Kinder:

  • "nicht dumm sind...
  • nicht faul sind ...
  • nicht zu wenig üben... 
  • ... sondern zuviel das Falsche üben...
  • zuviel auswendig lernen, um ohne Verstehen zu bestehen ...
  • sich oft nicht zu fragen trauen, wenn sie nicht weiter wissen ...
  • oft keine Hilfen finden, weil keiner versteht, was sie nicht verstehen...
  • die vielen eigenen Theorien und Ideen nicht diskutieren können ...
  • sich oft wundern, wieso sie schon wieder nicht richtig liegen ...
  • irgendwann mal denken: mit mir stimmt etwas nicht ...
  • deswegen fast verzweifeln ...
  • ... und am Ende den Schluss ziehen: ich bin eben so" (Börner et. al., 1998)

(Quellen: Prof. Dr. Birgit Werner / Pädagogische Hochschule Heidelberg)


Zur genaueren Abklärung der Schwierigkeiten beim Rechnen ist eine Diagnostik erforderlich, darauf baut eine intensive und gezielte Förderung auf. Gerne berate ich Sie und fördere Ihr Kind in meiner Praxis!